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„1852 wurde oben auf dem Berg, auf Pfarrergrund, ein Schulhaus erbaut, das dort stand, wo heute der alte Schulgarten ist“, heißt es in der Schulchronik. 1901/02 baute die Gemeinde ein neues Schulhaus, das 1974 und 1976 zwei Anbauten erhielt. Dieser Gebäudekomplex war bis zum Bezug der neuen Schulanlage 1996 in Betrieb. Bis 1969 wurden die Kinder der Umgebung von Bergkirchen in meist ein- und zweiklassigen Schulen in Unterbachern, Eschenried, Mitterndorf (für Günding), Kreuzholzhausen und Lauterbach unterrichtet. Bergkirchen selbst besaß die größte Volksschule. Von 1891 bis 1924 war hier Johann Baptist Ritter Schulleiter, den das Sterbebuch als religiösen, gütigen und friedliebenden Menschen ausweist. Von 1924 bis 1945 und erneuert von 1948 bis 1961 leitete dessen tüchtiger Sohn Johann Ritter die Geschicke der Schule in schweren Zeiten. Ihm folgte Richard Seeberger nach, der mit neuen Problemen konfrontiert wurde, vor allem als 1969 die Schulreform tiefgreifende Änderungen brachte.Die bis dahin vierklassige Volkschule in Bergkirchen wurde Hauptschule mit den Klassen 5 bis 9, die Klassen 1 bis 4 brachte man in Mitterndorf und Eschenried unter. Ausgelagerte Klassen waren auch in Lauterbach und Unterbachern; die erstmals gebildete neunte Klasse kam in die Dachauer Ludwig-Thoma-Hauptschule. Von Architekt Fauser war bereits ein großer Neubau für Bergkirchen geplant, nachdem der Gemeinderat sich vehement für eine eigene vollständige Schule eingesetzt hatte. Der Plan kam aber nicht zur Ausführung.
Ein zweiter flacher Erweiterungsbau auf dem angrenzenden Kirchengrundstück mit acht Klassenzimmern konnte im November 1976 nach nur dreimonatiger Bauzeit bezogen werden. Jetzt waren endlich alle 545 Grund- und Hauptschüler des damaligen Schulverbandes Bergkirchen in 18 Klassen an einem Schulort untergebracht. Leider aber sorgten die rasch erstellten, billigen Anbauten noch über zwei Jahrzehnte hin für viel Ärger durch undichte Flachdächer, morsche, nachgebende Unterböden u.a. Vor allem fehlten weiterhin Fachräume, ein hinreichend großes Lehrerzimmer und funktionelle Verwaltungsräume.
1979/80 kamen nach der Gemeindegebietsreform auch die Grundschüler aus Günding (bisher Schule Mitterndorf) nach Bergkirchen. Die gestiegenen Schülerzahlen und veränderte Anforderungen an Fachräume machten den Schulhausneubau äußerst dringend. 1981 erwarb die Gemeinde den Grund; es dauerte aber noch zehn Jahre bis zum Beschluß für den Neubau, da zunächst andere große Projekte zu finanzieren waren, etwa die Kanalisation. Anfang der achtziger Jahre traten auch finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Verwaltung des Schuletats zutage, die den Schulfrieden massiv störten und zur Entlassung des Schulleiters führten.
Im Schuljahr 1991/92 stieg durch Zuzüge die Schülerzahl auf 360 in 15 Klassen an, und die Grundschule wurde dreizügig. Die Gemeinde erstellte gegenüber der alten Schule ein letztes Provisorium, einen Holzpavillon für zwei Klassen.
Das Architekturbüro Klaus Sprenger und Ursula Seydel, München, gewann den ersten Preis des Architektenwettbewerbs und erhielt im Januar 1993 den Planungsauftrag. Die Kostenberechnungen beliefen sich auf fast 30 Millionen Mark, die von der Gemeine auf 27,6 Millionen reduziert wurden. Im Juli 1994 war Grundsteinlegung.

Das Richtfest konnte bereits vor Weihnachten dieses Jahres gefeiert werden, und man hoffte, 1995 das Werk vollenden zu können - doch ungünstige Wetterperioden, Konkurse einzelner Firmen sowie erhebliche Spannungen zwischen Bauherrn, Architekten und Firmen verzögerten den Baufortschritt.
Im Dezember 1995 zogen die Hauptschulklassen in den Ostflügel des unfertigen Gebäudes, zu Schulbeginn 1996 folgte die Grundschule nach. Noch waren nicht alle Arbeiten und Nachbesserungen abgeschlossen, als im Februar 1997 ein erster Sturm 300 Quadratmeter der überkragenden Dächer des Westflügels und der Sporthalle herabriss.

Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden, aber die Folgen erwiesen sich als gravierend, nicht zuletzt auch für den Schulbetrieb.

Die West- und Südfassaden mussten neu eingerüstet, über den beschädigten Dachflächen ein Notdach errichtet werden, drei Klassenzimmer waren für Monate zu räumen.
Am 5. November 1997 endlich konnte die Schule in Anwesenheit von Staatssekretärin Monika Hohlmeier feierlich eingeweiht werden. Die Festredner sprachen Bürgermeister Hubert und Rektor Pscherer mit dem Kollegium besondere Anerkennung aus für ihr Durchhaltevermögen und ihren oft bis an die physische Grenze gehenden Einsatz. Im Schuljahr 1997/98 saßen fast schon 500 Schüler in 19 Klassen.
(Quelle: „Die Volksschulen im Landreis Dachau 1998“ von Josef Schläger, S. 36 –39)
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